Archiv der Kategorie: Produktionen

MELLOWING

Choreografie: Christos Papadopoulos
Künstlerischer Leiter Dance On Ensemble: Ty Boomershine
Tänzer:innen: Ty Boomershine, Javier Arozena, Alba Barral Fernández, Ziv Frenkel, Anna Herrmann, Emma Lewis, Gesine Moog, Miki Orihara, Tim Persent, Jone San Martin, Marco Volta, Lia Witjes Poole
Assistenz Choreografie: Georgios Kotsifakis
Musik: Coti K
Licht: Eliza Alexandropoulou
Kostüme: Werkstattkollektiv
Technische Leitung: Martin Beeretz

Ein Körper, äußerlich in sich ruhend und innerlich vibrierend. Welche Prozesse durchläuft die Energie, bis sie sich Bahn bricht? Wie verändert sie sich, wenn der Körper reift?

In seiner neuesten Produktion „MELLOWING“ arbeitet der griechische Choreograf Christos Papadopoulos erstmals mit den Tänzer*innen des Dance On Ensembles zusammen und bezieht deren Körperwissen und -erfahrung in die Kreation mit ein. Gemeinsam widmen sie sich den widersprüchlichen Zuständen von Konzentration und Fülle, Zartheit und Unbedingtheit, pulsierender Kraft, Schnelligkeit und Ruhe.

Christos Papadopoulos‘ Aufmerksamkeit gilt den minimalen Wahrnehmungsverschiebungen, den sich permanent, oft unbemerkt und dennoch kraftvoll vollziehenden Bewegungen in der Natur, im Alltag, innerhalb physikalischer Phänomene und politischer Kontexte. Sein Debüt „ELVEDON“ (2015) war von Virginia Woolfs Roman „The Waves“ und der kontinuierlichen Wellenbewegung des Meeres inspiriert. Es folgten „OPUS“ (2016)und seine dritte Choreografie „ION“ (2018), die das Phänomen der Ionisierung und deren zugrundeliegende Kräfte der Anziehung und Abstoßung künstlerisch aufnimmt. In seinem Werk „LARSEN C“ (2021) widmet er sich den Mikrophänomenen der Bewegung, inspiriert durch den gleichnamigen, populär gewordenen Eisberg, der 2017 einen Großteil seiner Fläche verlor.

Produktion: DANCE ON / Bureau Ritter
Ko-Produktion: ONASSIS STEGI, Athen und Centre chorégraphique national de Rillieux-la-Pape / Direction Yuval PICK, im Rahmen des accueil-studio Programms.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

any attempt will end in crushed bodies and shattered bones

Jan Martens & Dance On Ensemble

Choreografie: Jan Martens

Mit: Ty Boomershine, Truus Bronkhorst, Jim Buskens, Baptiste Cazaux, Zoë Chungong, Piet Defrancq, Naomi Gibson, Kimmy Ligtvoet, Cherish Menzo, Steven Michel, Gesine Moog, Dan Mussett, Wolf Overmeire, Tim Persent, Courtney May Robertson, Laura Vanborm, Loeka Willems
Zweitbesetzung: Pierre Bastin, Georgia Boddez, Wannes Labath, Zora Westbroek

Künstlerische Assistenz: Anne-Lise Brevers
Lichtdesign: Jan Fedinger
Outside Eye: Marc Vanrunxt, Renée Copraij and Rudi Meulemans

Produktion: GRIP
In Kooperation mit dem Dance On Ensemble

Internationaler Vertrieb: A Propic / Line Rousseau and Marion Gauvent
Co-Produktion: deSingel internationale arts campus (Antwerp, BE), Theater Freiburg (DE), Sadler’s Wells (Londen, UK), Théâtre de la Ville – Paris (FR), Julidans (Amsterdam, NL), Le Gymnase CDCN Roubaix Hauts-de-France (FR), Norrlandsoperan (Umeå, SE), La Bâtie – Festival de Genève & l’ADC – Association pour la Danse Contemporaine Genève (CH), more tbc
Mit Unterstützung von: De Grote Post (Ostend, BE), CCNO – Centre Chorégraphique National d’Orléans icw Théâtre d’Orléans, Charleroi Danse (BE), more tbc
Mit finanzieller Unterstützung von: the Flemish Government

Premiere: 18.7. 2021, Festival d`Avignon

„Schneeflocken, Blätter, Menschen, Pflanzen, Regentropfen, Sterne und Moleküle kommen alle in Gemeinschaften vor. Das Singuläre kann nicht wirklich existieren.“ – Paula Gunn Allen in Grandmothers of the Light: A Medicine Woman’s Sourcebook

Mit „any attempt will end in crushed bodies and shattered bones“, wendet sich Jan Martens zum ersten Mal voll und ganz der großen Bühne zu. Eine Produktion über die Kraft, die darin liegt, aus dem Takt zu geraten, dargeboten von einem siebzehnköpfigen, atypischen Corps de ballet, das aus einzigartigen Persönlichkeiten besteht.

Die heterogene Gruppe von Tänzerinnen und Tänzern umspannt mehrere Generationen, die jüngste ist 16, die älteste 69 Jahre alt, und zwischen ihnen gibt es erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Erfolgsbilanz und den technischen Hintergrund. Bei jedem Versuch, der in zerquetschten Körpern und zerschmetterten Knochen enden wird, suchen sie ihre eigene Stimme innerhalb des Tanzes und darüber hinaus, auf der Suche nach einem Idiom, das zu ihnen passt wie ein Handschuh. Einer nach dem anderen beansprucht seinen Platz auf der Bühne, ohne den anderen dabei den Weg abzuschneiden. Eine horizontale Übung darin, sich gegenseitig den nötigen Raum zu geben, dabei aber darauf zu achten, nicht das Rampenlicht zu stehlen.

„any attempt will end in crushed bodies and shattered bones“ ist eine reichhaltige Performance, die sich nicht scheut, das Ekstatische zu suchen. In Zeiten extremer Polarisierung lässt diese Gruppe soziale Dogmen beiseite, um eine Reihe von unterschiedlichen Identitäten anzuerkennen und zu umarmen. Sie sind hemmungslos sie selbst – sowohl im Leben als auch in der Kunst – und nutzen die Bühne als ideologisches Testfeld. Unterstützt werden sie von einem Soundtrack, der aus untypischen Protestsongs aus verschiedenen Epochen besteht – von Henryk Gorecki über Max Roach & Abbey Lincoln bis hin zu Kae Tempest.

Mehr über das GRIP finden Sie hier.

F Ä D E N

Konzept, Text & Choreographie: Ivana Müller

Von und mit: Javier Arozena, André Benndorff, Walter Hess, Jelena Kuljić, Anna Gesa-Raija Lappe, Emma Lewis, Jone San Martin, Omagbitse Omagbemi

Künstlerische Mitarbeit & Dramaturgie: Jonas Rutgeerts
Dramaturgie: Olivia Ebert
Mitarbeit Bühnen- und Kostümbild: Alix Boillot
Lichtdesign: Martin Kaffarnik
Künstlerischer Leiter Dance On Ensemble: Ty Boomershine

Regieassistenz: Malina Sascha Hoffmann und Agnes Pfeiffer
Kostümassistenz: Marlene Pieroth
Inspizienz: Hanno Nehring

Wie lässt sich Zeit bemessen? Was sammelt sich über ihre Dauer an? Lässt es sich einwickeln und stapeln, oder verstreuen und verteilen? Was geht verloren und vergessen? Und wie verändern wir Menschen uns mit der Zeit; oder gegen sie?
Fäden entsteht in einer fragilen, unterbrochenen und aufgeschobenen Gegenwart, mit der Erinnerung an das Davor und einer Ahnung des Danach. Aus diesem schwebenden Moment heraus entwickelt die Choreografin und Autorin Ivana Müller gemeinsam mit den Schauspieler*innen und Tänzer*innen Javier Arozena, André Benndorff, Walter Hess, Jelena Kuljić, Anna Gesa-Raija Lappe, Emma Lewis, Jone San Martin und Omagbitse Omagbemi ein Geflecht aus Bewegungen, Gedanken und Bildern, das über den unausweichlichen Prozess der vergehenden Zeit reflektiert.

Auf Englisch mit deutschen Übertiteln.

Produktion: Dance On/DIEHL+RITTER
Koproduktion: Münchner Kammerspiele / STUK. House for Dance, Image and Sound
Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes.

 

 

 

Making Dances

„In „Making Dances“ lädt das Dance On Ensemble zeitgenössische Künstler – Tim Etchells und Mathilde Monnier – ein, in ihrer eigenen künstlerischen Sprache auf ikonische Werke des modernen und postmodernen Tanzes von Martha Graham und Merce Cunningham zu reagieren. In diesen Performances reflektieren die Künstler über klassische, aber radikale Werke, die die Regeln ihrer Zeit in Frage stellten.

Den Anfang macht Martha Grahams „Deep Song“ (1937), aufgeführt von der langjährigen Graham-Solistin und Dance On Ensemble-Mitglied Miki Orihara. Getanzt wird in einer Neontext-Installation, die der Künstler und Performance-Macher Tim Etchells als Antwort auf Grahams bahnbrechendes Werk geschaffen hat. Merce Cunninghams radikal experimentelles Stück „Story“ (1963) in einer Neuinterpretation durch das Dance On Ensemble. Es folgt die Choreografie von Mathilde Monnier, „never ending (Story)“, die auf Cunninghams „Story“ reagiert und die Poesie von David Antin, einem Zeitgenossen von Cunningham/Cage, als Ausgangspunkt verwendet.

Durch die Präsentation dieser Werke wird eine Verbindung zwischen dem tänzerischen Erbe und dem zeitgenössischen Tanzschaffen sowie zwischen Künstlern verschiedener Generationen und Hintergründe hergestellt.

Dancing Replies

Mit der Programmreihe „Making Dances – Dancing Replies“ lädt das Dance On Ensemble zeitgenössische Künstler*innen ein, in ihrer eigenen Sprache auf ikonische Werke des modernen und postmodernen Tanzes zu erwidern. Tim Etchells, Mathilde Monnier und Ginevra Panzetti / Enrico Ticconi antworten auf Arbeiten von Martha Graham, Merce Cunningham und Lucinda Childs. In fünf Werken, die über zwei Abende hinweg gezeigt werden, reflektieren die Künstler*innen historische Meisterwerke des Tanzes, die radikal mit den Regeln ihrer Zeit brachen.

Beginnend mit drei frühen, zentralen Werken von Lucinda Childs aus den 1970er Jahren, präsentiert das Choreografie-Duo Panzetti / Ticconi mit „MARMO“ seine Antwort auf Childs minimalistische Bewegungssprache und extremen Formalismus.

Die im Rahmen der Programmreihe gezeigten Werke lassen Zusammenhänge erkennen: zwischen unserem Tanzerbe und zeitgenössischem künstlerischen Schaffen, sowie zwischen Künstler*innen verschiedener Generationen und Traditionen.

never ending (Story)

Choreografie: Mathilde Monnier

Mit: Ty Boomershine, Emma Lewis, Jone San Martin, Gesine Moog, Marco Volta

Lichtdesign: Martin Beeretz
Sounddesign: Mattef Kuhlmey
Künstlerische Mitarbeit: Stéphane Bouquet
Kostüm: Mathilde Monnier
Kostümassistenz: Nora Stocker
Technische Leitung: Martin Beeretz

„Als ich die Einladung erhielt, über Merce Cunninghams Werk zu sprechen, wusste ich, dass es an der Zeit war, zu kommen und es zu tun.“ (David Antin)

Fast genau so fängt ein Gedicht von David Antin an. Dieses Gedicht, das er im Mai 1989 im Rahmen eines Festivals zu Ehren von John Cage improvisierte, steht am Anfang von Never Ending Story… und ist auch der Ausgangspunkt für das Stück. Ty Boomershine und das Dance On Ensemble baten mich, auf meine eigene Art auf Story zu antworten – einem Werk, das Merce Cunningham 1963 uraufführte.

„Und so wusste ich, dass es an der Zeit war, zu kommen und es zu tun.“

Jemand betritt die Bühne und erzählt Geschichten. Geschichten über Struktur und Rhythmus, Gefühle und Wiederholungen. Die Geschichte der Empfindung, die dem nächsten Tanz zugrunde liegt. Die Geschichte der Gesten, die diese Flut von Worten begleiten. Indem sie Geschichten erzählen, lernen die Tänzer und Tänzerinnen ihre eigenen Stimmen zu hören und ihre Bewegungen zu spüren. Während sie sprechen, erleben sie wie Gedanken sich im Geist und im Körper ereignen. Dieses „sich ereignen“ ist alles andere als ein abstrakter Vorgang: Gedanken sind keine entkörperlichten Phänomene, sondern vom Körper produzierte Vorgänge, die wiederum auf den Körper einwirken.

Reden und tanzen, reden wie man tanzt, tanzen wie man redet. Tanzen als der Versuch, sich an die Natur des Denkens anzunähern. Und an die Einzigartigkeit der eigenen Stimme, die einen Gedanken artikuliert.

Dieses Werk wird im Rahmen des Abends „Making Dances“ als choreografische Antwort auf Merce Cunninghams „Story“ aufgeführt, kann aber auch einzeln präsentiert werden.

Produktion: Dance On/DIEHL+RITTER
In Kooperation mit:  Münchner Kammerspiele
Mit Unterstützung von: Montpellier Danse à l’Agora, cité internationale de la danse

Deep Song Everything/ Nothing

Choreografie und Kostüm: Martha Graham

Einstudierung: Miki Orihara

Mit: Miki Orihara

Musik: Henry Cowell
Licht Design Rekonstruktion: David Finley
Neon-Installation: Tim Etchells
Licht: Martin Beeretz
Sound: Mattef Kuhlmey

Neon Installation: Tim Etchells

Deep Song wurde 1937 im Guild Theater in New York uraufgeführt. Der von Henry Cowell vertonte Tanz wurde als Reaktion auf den Spanischen Bürgerkrieg komponiert. Deep Song war ein Schrei der Angst, eine Verkörperung von Martha Grahams Ängsten vor einer Welt, die durch die Unmenschlichkeit des Menschen zerrissen wurde. „Die heftige, kämpferische Angst von Deep Song ist so direkt und objektiv wie ein Schrei“, schrieb ein Kritiker.

In den Programmhinweisen heißt es: „Die Formen des Tanzes – seine Wirbel, Krabbeln auf dem Boden, Kontraktionen und Stürze – sind kinetische Erfahrungen der menschlichen Erlebnisse im Krieg. . . Es ist die Anatomie der Angst vor tragischen Ereignissen.“ Die Tragödie Spaniens wird durch die Choreografie universalisiert. „Es ist nicht Spanien, das wir in ihrer sauberen, leidenschaftlichen Bewegung sehen; es ist die Erkenntnis, dass die Tragödie Spaniens die unsere ist, die Tragödie der ganzen Welt ist.“ Der Tanz verschwand in den 1940er Jahren aus dem Repertoire, und wurde erst 1989 von Graham mit Terese Capucilli rekonstruiert.

Die langjährige Graham-Tänzerin und Dance On Ensemblemitglied Miki Orihara tanzt eine Neuinszenierung von „Deep Song“ im Rahmen der Programreihe „Making Dances“. „Everything/Nothing“ ist eine Neonschrift-Lichtinstallation des bildenden und Performance-Künstlers Tim Etchells, entstanden als Erwiderung auf Martha Grahams bahnbrechendes Werk „Deep Song“. Sie definiert den Bühnenraum, in dem Miki Orihara die Originalchoreografie tanzt. Der Text ist ein Zitat aus Federico García Lorcas Gedicht „Ay!“ aus dem Jahre 1931. Er lautet: „Everything in the world is broken. Nothing but silence remains.“

Etchells Arbeit, eine Konstellation von Wörtern aus Neon, hängt über der Bühne und tritt in einen Dialog mit Grahams Choreografie. Die Wörter leuchten einzeln auf, um jeweils kurz in das Werk zu intervenieren. Lorcas Text erfüllt so den Raum rund um das Stück. Durch die Wahl dieses spezifischen Zitats als visuellen Kontrapunkt für Grahams Deep Song schließt Etchell den Kreis, der ihre gewaltige choreografischen Meditation über den Spanischen Bürgerkrieg mit dem Erbe des ‘cante jondo’ im Flamenco-Gesang und mit Lorca selbst verbindet, der in diesem Krieg starb. Die Neonschrift konfrontiert Grahams tiefgründiges Portrait einer leidenden Frauenfigur mit einzelnen Wörtern und einer fragmentarischen Sprache, die auf traumatische Erfahrungen hinweist. Etchells spricht den Kern und Kontext des Tanzes direkt an, in vollem Bewusstsein der Begrenztheit der Sprache.

Diese Arbeit kann unter den entsprechenden Bedingungen auch einzeln präsentiert werden.

Diese Produktion von Deep Song wird als Linzensierung mit Martha Graham Resources präsentiert, einer Abteilung des Martha Graham Center of Contemporary Dance, Inc.

MARMO

Choreografie: Ginevra Panzetti / Enrico Ticconi

Cast: Anna Herrmann, Emma Lewis, Gesine Moog, Omagbitse Omagbemi, Lia Witjes-Poole

Licht Design: Annegret Schalke
Sound Design: Demetrio Castellucci
Kostüm: Ginevra Panzetti / Enrico Ticconi, werkstattkollektiv
Technische Leitung: Annegret Schalke
Sound: Mattef Kuhlmey
Produktionsassistenz: Pauline Stöhr

Beim Betrachten von Lucinda Childs frühen Werken richtet sich unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Selbstverständlichkeit, mit der die Körper einen konkreten, dreidimensionalen Raum erzeugen, der architektonischen und geometrischen Prinzipien zu folgen scheint. Wir sind hingerissen vom Anblick dieser strahlenden Solidität, die an die Konsistenz und Mineralität von Marmor erinnert. Ein Stein, der aufgrund seiner besonderen Beschaffenheit und seines Glanzes als das bildhauerische Material schlechthin gilt und der jener in der Renaissance geborenen Idee des Klassizismus Form und Farbe verlieh.

Die Räumlichkeit und Rhythmik von Lucinda Childs gestalterischem Schaffen erinnert an den klar gegliederten symbolischen Raum eines Marmorsteinbruchs – ein Ort, an dem der menschliche Einfluss der natürlichen Morphologie der Landschaft strenge und unauslöschliche Geometrien aufdrückt.

MARMO, eine Erwiderung auf drei frühe Arbeiten der amerikanischen Choreografin, erforscht den Steinbruch als Ort einer Gemeinschaft, die sich mit Messungen beschäftigt. Die Expedition folgt der Verwandlung des Steins von der ersten Phase des Abbaus bis hin zur Bildhauerwerkstatt, wo er verarbeitet wird. Es ist eine Entwicklungslinie, die sich von der Transformation des Rohmaterials hin zur plastischen Entstehung einer idealen Form zieht.

Auf diesem Weg sind die Figuren die echten Arbeiter und absoluten Architekten des Raums. Sie bestimmen seine Proportionen, seine Größe und sein Licht. Dabei unterliegen sie denselben Regeln und Gegebenheiten und werden so selbst zur formbaren Materie, zur Skulptur.

Diese Produktion wird im Rahmen des Abends „Dancing Replies“ mit drei frühen Werken von Lucinda Childs aufgeführt, kann aber auch einzeln präsentiert werden.

Produktion: DANCE ON/DIEHL+RITTER
Koproduktion: Kampnagel (Hamburg)

Mit Unterstützung von Lavanderia a Vapore, Centro di residenza per la danza

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Works In Silence

Choreografie: Lucinda Childs

Einstudierung: Ty Boomershine

Mit: Ty Boomershine, Anna Herrmann, Emma Lewis, Gesine Moog, Omagbitse Omagbemi, Lia Witjes-Poole
Licht Design: Martin Beeretz
Sound Design: Mattef Kuhlmey
Kostüme: Alexandra Sebbag

Video: Jubal Battisti

Online-Premiere: 18. bis 20. Dezember 2020, STUK 

Die WORKS IN SILENCE geben Einblick in eine entscheidende Entwicklungsphase einer der wichtigsten Choreograf*innen des 20. Jahrhunderts.

Die Zusammenstellung früher Werke aus Lucinda Childs weitreichendem Oeuvre ist eine tanzgeschichtlich höchst bedeutsame Rarität, da die meisten der Stücke seit ihrer Uraufführung in den 1970er Jahren nie wieder gezeigt wurden. Sie stammen aus einer choreografischen Phase, in der Childs alle Kennzeichen der Judson Dance Theater-Ära – wie die Nutzung von Requisiten, Alltagsobjekten, Sprache und symbolischen Gesten – schon hinter sich gelassen hatte und sich ganz auf die Wege des Körpers durch den Raum konzentrierte. Der Anfang aller Bewegung war für sie der Akt des Gehens. Vom Gehen zum Laufen, zum Richtungswechseln, zum Hüpfen, zum Springen: Die WORKS IN SILENCE zeigen die Evolution von der Bewegung zum Tanz in Lucinda Childs choreografischer Vision.

„Ich finde es sehr musikalisch, wenn Tänzerinnen und Tänzer einen Puls teilen“, sagt sie. „Sie müssen einander zuhören. Das tun musikalische Ensembles auch. Sie stimmen sich sehr präzise aufeinander ein.“ Die Stücke öffnen den Blick auf eine wichtige Periode des Umbruchs im Werk einer Künstlerin, deren Einfluss auf die Bildende Kunst wie auch auf eine Generation nachkommender Choreograf*innen nicht überschätzt werden kann. Von den Tänzer*innen erfordern sie eine Fragilität und Menschlichkeit, die sich erst durch langjährige, gelebte Erfahrung offenbart. Sie sind somit ideal geeignet für eine Gruppe von Tänzer*innen ist, die mit viel eigener Geschichte und tiefem Lebenswissen auf die Bühne kommen. Wenn alle Künstlichkeit und Theatralik wegfallen, zeigt sich die Schönheit und Klarheit der Weisheit.

Produktion: Dance On/DIEHL+RITTER
Ko-Produktion: STUK. House for Dance, Image and Sound /Münchner Kammerspiele
Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes.

You should have seen me dancing waltz

Konzept/Regie: Rabih Mroué

In Zusammenarbeit mit dem Dance On Ensemble

Mit: Anna Herrmann, Emma Lewis, Christine Kono, Marco Volta

Text: Rabih Mroué in Zusammenarbeit mit Ty Boomershine
Stimmen: Ty Boomershine, Christine Kono

Lichtdesign: Arno Truschinski
Sound: Mattef Kuhlmey
Kostüm: Sophia Piepenbrock-Saitz
Regieassistenz: Clarissa Omiecienski

Premiere: 8. November 2019, ONASSIS STEGI, Athens (weitere Vorstellungen am 09. & 10. November)

„You should have seen me dancing Waltz“ konfrontiert die Tänzer*innen Emma Lewis, Anna Herrmann, Marco Volta und Christine Kono mit der Präsentation von Gewalt, Katastrophen und Politik in den Tageszeitungen. Wie beeinflusst das aktuelle Geschehen den Körper der Tänzer*innen? Haben Worte der Gewalt eine unmittelbare Auswirkung auf die eigene Bewegung? Verändern sie Bewegung sogar? Diese Fragen werden auf der Bühne auf sehr persönliche Weise verhandelt.

Produktion: Dance On /DIEHL+RITTER
Co-Produktion: ONASSIS STEGI, Kampnagel Hamburg

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.