Kategorie-Archiv: Choreografen

Merce Cunningham

Merce Cunningham (16. April 1919 – 26. Juli 2009) gilt als einer der wichtigsten Choreografen aller Zeiten. Sein Ansatz war bahnbrechend in seiner ideologischen Einfachheit und physischen Komplexität: Er wandte die Idee, „ein Ding ist nur das, was es ist“, auf die Kunst der Choreografie an und war überzeugt, dass „wenn der Tänzer tanzt, ist alles schon gesagt.“

Merce Cunningham wurde in Centralia im Bundesstaat Washington geboren und besuchte die Cornish School in Seattle. Dort sah er Werke von Martha Graham (mit deren Kompanie er später sechs Jahre lang als Solist tanzen sollte) und lernte John Cage kennen. Cage wurde sein engster künstlerischer Vertrauter und Lebenspartner bis zu Cages Tod im Jahr 1992. Sein Einfluss auf Cunninghams choreografische Praxis war enorm. 1948 gründete Cunningham seine erste Tanzkompanie am berühmten Institut für experimentelle Kunst, Black Mountain College, um seine unkonventionellen Ideen zu erproben. Die Merce Cunningham Dance Company (ursprünglich Merce Cunningham and Dance Company) existierte bis 2011. Cunningham blieb bis zu seinem Tod im Jahr 2009 Künstlerischer Direktor der Kompanie. Im Laufe seiner Karriere choreografierte er 180 Tänze und mehr als 700 Events.

In den 70 Jahren, in denen Cunningham aktiv war, leitete er mehrere radikal innovative Änderungen im Verständnis von Choreografie und Bewegung ein und suchte nach neuen Methoden, um Tanz und Technologie zu integrieren. Durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Künstlern wie Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Charles Atlas und Elliot Caplan dehnte sich Cunninghams Einfluss weit in die Welt der bildenden Kunst aus.

Cunningham wurde mit den höchsten Auszeichnungen der Kunstwelt geehrt. Seine Werke werden von dem Ballett der Pariser Oper, dem New York City Ballet, American Ballet Theatre, White Oak Dance Project, Lyon Opera Ballet, Ballett am Rhein und der Rambert Dance Company in London getanzt.

Im Merce Cunningham Trust lebt seine Vision fort und wird in immer wieder neuen Körpern und Seelen neu geboren.

 

BERLIN STORY – A RE-IMAGINING OF STORY
Choreografie: Merce Cunningham
Basierend auf dem Tanzstück Story von 1963 mit zusätzlichem choreografischen Material, entwickelt vom Dance On Ensemble unter der Leitung von Daniel Squire.
Premiere: 23. August 2019, Tanz im August, Volksbühne Berlin

© Douglas Jeffery 1963

 

LUCINDA CHILDS

Lucinda Childs begann ihre Karriere als Choreografin und Performerin im Jahr 1963 als Gründungsmitglied des Judson Dance Theater in New York.[…]

Nachdem sie 1973 ihre eigene Kompanie gegründet hatte, kollaborierte sie 1976 mit Robert Wilson und Philip Glass als Solistin und Choreografin in der Oper Einstein on the Beach. Sie erhielt einen Obie Award für ihre Arbeit und hat seitdem bei fünf weiteren Großwerken von Wilson mitgewirkt. Ab 1979 arbeitete sie mit verschiedenen Komponisten und Designern an einer Reihe eigener großangelegter Produktionen, darunter Dance, entstanden 1979 zu Musik von Philip Glass und mit einem Design von Sol LeWitt. Dance tourte durch ganz Amerika und Europa und wurde 2011 vom Wall Street Journal als eine der „größten künstlerischen Leistungen des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Childs hat für wichtige Ballettkompanien choreografiert und bei Opernproduktionen Regie geführt, darunter Glucks Orfeo et Euridice für die Los Angeles Opera, Mozarts Zaide für La Monnaie in Brüssel und in 2014 John Adams Dr Atomic für die Opera du Rhin. Sie erhielt ein Guggenheim Fellowship, den NEA/NEFA American Masterpiece Award und ist Commandeur dans l’ordre des arts et des lettres. 2017 wurde ihr der Samuel H. Scripps award for lifetime achievement des American Dance Festival und der Golden Lion Award der Venice Biennale de la Danse verliehen.

 

KATEMA
Choreografie: Lucinda Childs
Neueinstudierung: Ty Boomershine
Premiere: 01. März 2018, OUT OF NOW – DANCE ON Festival. HAU Hebbel am Ufer Berlin

© Jubal Battisti

Ersan Mondtag

Ersan Mondtag wurde 1987 in Berlin geboren und arbeitet zwischen den Feldern Theater und Musik, Performance und Installation. Er inszenierte u.a. am Thalia Theater in Hamburg, am Schauspiel Frankfurt, am Maxim Gorki Theater in Berlin und an den Münchner Kammerspielen. An der Otto Falckenberg Schule in München begann Mondtag 2011 zu studieren. Nach zwei Jahren brach er das Studium ab und gründete 2012 in München das KAPITÆL ZWEI KOLEKTIF, konzipierte im Kollektiv Dauerperformances, experimentelle Partyformen sowie interdisziplinäre Theaterarbeiten, zuletzt „Party #4 – NSU“ im Mixed Munich Arts (MMA). Für die Schaustelle der Pinakothek der Moderne realisierte er mit Olga Bach die neuntägige Dauerperformance „KONKORDIA“. In der Spielzeit 2013/14 war Ersan Mondtag Mitglied im REGIEstudio des Schauspiel Frankfurt und inszenierte dort „2. Sinfonie“ (2014 bei radikal jung – Das Festival für junge Regie), „Das Schloss“ und „Orpheus#“ (2015 bei radikal jung – Das Festival für junge Regie). 2015 entstand sein Stück „TYRANNIS“, mit dem Ersan Mondtag zum Berliner Theatertreffen 2016 eingeladen wurde. Weitere Gastspiele, u.a. erneut bei radikal jung – Das Festival für junge Regie, folgten. Das Fachmagazin Theater heute kürte Mondtag zum Nachwuchsregisseur des Jahres 2016. Gleichermaßen wurde er in den Kategorien Nachwuchsbühnenbildner des Jahres und Kostümbildner des Jahres ausgezeichnet. Seine Inszenierung „Die Vernichtung“ (Text: Olga Bach), die am Konzert Theater Bern produziert wurde, brachte Mondtag die zweite Theatertreffen-Einladung in Folge ein. 2017 kürte ihn Theater heute zum Kostümbildner des Jahres, die Deutschen Bühne wählte ihn zum Bühnenbildner des Jahres.

 

DIE LETZTE STATION
Regie: Ersan Mondtag
Eine Produktion des Berliner Ensembles in Kooperation mit dem Dance On Ensemble
Premiere: 14. Dezember 2017, Berliner Ensemble, Kleines Haus

©Armin Smailovic

JOHANNES WIELAND

Johannes Wieland stammt aus Berlin und machte seinen BFA an der Amsterdam University of the Arts.[…]

Er arbeitete mit zahlreichen Kompanien und namenhaften Choreografen bevor er schließlich als Solist dem Béjart Ballet in Lausanne beitrat. Bereit für eine radikale Veränderung, zog Johannes Wieland nach New York und besuchte die New Yorker Tisch School of the Arts, an der er im Jahr 2002 den MFA in zeitgenössischem Tanz und Choreografie erwarb.

In New York gründete er seine Kompanie johannes wieland und legte den Grundstein für den Katalog seiner Arbeit. Seit 2006 ist Johannes Wieland Tanzdirektor und Choreograf am Staatstheater Kassel. Neben dem Choreografieren und Unterrichten für Kompanien und Universitäten werden seine von der Kritik als psychologisch archaisch aufgeschlüsselt bezeichneten Stücke auf internationale Festivals und Events eingeladen. Er ist Preisträger des Kurt Jooss Preis und wurde mit zahlreichen weiteren Preisen, Ehrungen und Stipendien ausgezeichnet. Mit seinem Stück you will be removed war er für den deutschen Theaterpreis DER FAUST 2016 nominiert.

Mit dem DANCE ON ENSEMBLE und der schwedischen Kompanie Age On Stage/Charlotta Öfverholm erarbeitete Johannes Wieland 2017 das Stück show to be true.

SHOW TO BE TRUE
Choreografie: Johannes Wieland
Produktion: Charlotta Öfverholm / Age on Stage
Koproduktion: DANCE ON / DIEHL+RITTER, Dans i Nord
Premiere: 22. September 2017, Acusticum, Piteå, Schweden

© Fabian Kriese

Johannes Wieland erarbeitete weiterhin speziell für das DANCE ON Festival 2018 ein generationenübergreifendes Duett für Evangelos Poulinas und seinen ehemaligen Lehrer an der NYU Tisch School of the Arts, Gus Solomons Jr., Jahrgang 1938. Zuletzt arbeiteten die beiden in Wielands Trio one (2004) zusammen, einer Reflexion über Leben und Sterblichkeit, in dem Wieland mit Solomons und Keith Sabado selbst auf der Bühne stand.

MIND ERASER II
Choreografie: Johannes Wielan
Mit: Gus Solomons Jr., Evangelos Poulinas
Produktion: DANCE ON / DIEHL+RITTER, Dank an das Staatstheater Kassel
Premiere: 28. Februar 2018, DANCE ON Festival, HAU Hebbel am Ufer, Berlin

© Jubal Battisti

JAN MARTENS

Jan Martens, Jahrgang 1984, studierte Tanz am Royal Conservatoire of Dance der Artesis Hogeschool in Antwerpen sowie an der Fontys Dance Academy in Tilburg. […]

Er tanzte unter anderem für Mor Shani, Tuur Marinus und Ann Van den Broek. Seit 2009 kreiert er eigene Stücke, die humorvoll und auseinandersetzungsfreudig aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen, so unter anderem Sweat Baby Sweat (2011), Victor (2013), The dog days are over (2014) and The common people (2016). Er war als Choreograf für Frascati, ICKamsterdam, CAMPO und DansBrabant tätig.

2014 gründete Jan Martens, gemeinsam mit der Unternehmerin Klaartje Oerlemans, die Produktionsplattform GRIP in Antwerpen/Rotterdam, um seine Arbeiten zu verwalten und zu vertreiben. Von September 2014 bis Juni 2016 war er Artist in Residence am tanzhaus nrw in Düsseldorf. Außerdem ist er seit Sommer 2016 bis Mitte 2018 Artist Associé am CDC Le Gymnase in Roubaix, Nord-Pas-de Calais, und bis 2021 Creative Associate bei deSingel International Arts Campus in Antwerpen.

 

MAN MADE
Konzept / Choreografie: Jan Martens
Premiere: 11. März 2017, Kampnagel Hamburg (weitere Aufführung am 12. März 2017)

© Dorothea Tuch

BIG CREATION 2020 (AT)
Choreografie: Jan Martens
Premiere: 23. April 2020, de Singel, Antwerpen

© Luis Xertu

 

DEBORAH HAY

Deborah Hay, 1941 in Brooklyn geboren, gilt bei Kritikern und Historikern als eine der einflussreichsten Vertreterinnen des postmodernen Tanzes. […]

Sie trainierte bei Merce Cunningham, tanzte mit der Cunningham Dance Company und tourte 1964 mit ihnen um die ganze Welt. Sie war Gründungsmitglied des Judson Dance Theatre und begann in den frühen 60er Jahren in Zusammenarbeit mit vielen anderen Künstlern zu choreografieren, hauptsächlich Tänze für nicht-professionelle Performer. Seit 2000 arbeitet sie ausschließlich mit erfahrenen professionellen Tänzern.

Deborah Hay hat vier Bücher geschrieben: Moving Through the Universe in Bare Feet (1975), Lamb at the Altar (1994) über den künstlerischen Prozess ihrer gleichnamigen Arbeit, My Body, the Buddhist (2000) mit Reflexionen zum Körperwissen, und Using the Sky (2015) über ihren choreografischen Arbeitsprozess. 2012 gehörte sie zu den ersten Preisträgern des neuen Doris Duke Artist Award. Sie erhielt einen Ehrendoktortitel für Tanz von der Theaterakademie Helsinki und wurde 2016 zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt.

 

TENACITY OF SPACE
Choreografie / Regie: Deborah Hay
Premiere: 24. März 2017, tanzhaus NRW, Düsseldorf© Dorothea Tuch

MATTEO FARGION

Matteo Fargion und die Künstler der Produktion 7 Dialogues.  […] Matteo Fargion ist als Komponist, Performer und Lehrer seit über 25 Jahren in Tanz und Theater tätig und arbeitete mit führenden Choreografen und Regisseuren in Großbritannien und im Ausland zusammen – so in den letzten fünfzehn Jahren vor allem mit Siobhan Davies, Karl Jay Lewin und Jonathan Burrows. Gemeinsam mit Burrows konzipierte und performte er eine Reihe von zehn Duetten. „Both Sitting Duet“ gewann 2004 den New Yorker Bessie Award (für ‚Tanz und Performance’). „Cheap Lecture“ wurde 2009 für das renommierte Het Theaterfestival in Belgien ausgewählt. Matteo Fargion hat viel Musik für das Theater komponiert, vor allem in Deutschland, wo er mit Elmar Goerden sowie mit Thomas Ostermeier an der Schaubühne Berlin zusammenarbeitete. Als Gastdozent hat er bei PARTS in Brüssel unterrichtet und neue Ansätze in der Kompositionslehre entwickelt, die er vor allem in Workshops präsentiert und anwendet.

7 DIALOGUES
Regie / Komposition: Matteo Fargion
Premiere: 28  Januar 2016, Holland Dance FestivalKorzo Theatre, Den Haag

© Dorothea Tuch


Die Künstler der 7 Dialogues:
IVO DIMCHEV
Ivo Dimchev, Jahrgang 1976, ist Tänzer und Performer aus Bulgarien. Sein Werk bildet eine extreme und bunte Mischung aus Performance-Kunst, Tanz, Theater, Musik, Zeichnungen und Fotografie. Er erhielt zahlreiche internationale Preise für Tanz und Theater und zeigte seine Arbeiten in Europa sowie Süd- und Nordamerika. 2014 eröffnete er das MOZEI, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Musik in Sofia, Bulgarien.

TIM ETCHELLS
Tim Etchells ist Künstler und Schriftsteller aus Großbritannien. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Performance, bildender Kunst und Fiktion. Bekannt ist er insbesondere als Leiter der in Sheffield angesiedelten, international renommierten Performance-Gruppe Forced Entertainment. Etchells ist auch als Bildender Künstler und Autor tätig. Seine installativen Arbeiten wurden von internationalen Ausstellungen u. a. in Italien, England und Japan gezeigt. Eine seiner aktuelleren Veröffentlichungen ist „While You Are With Us Here Tonight“ (2013). Derzeit ist er Professor für Performance an der Universität Lancaster.

BETH GILL
Beth Gill ist Tänzerin und Choreografin und entwickelt seit 2005 Arbeiten im Bereich zeitgenössischer Tanz und Performance in New York City. Sie ist Absolventin der New York University Tisch School of the Arts. Ihre Auftritte wurden national und international präsentiert. Sie erhielt verschiedene Stipendien und Fellowships (Guggenheim, Hodder, Choreography Fellow am New York City Center) sowie Preise (Doris Duke Impact Award 2015, Artist Award der Foundation for Contemporary Arts Grants 2012, Bessie Awards für ‚Herausragende Choreografen’ und den Jury-Preis 2011). 2012 wurde sie vom Dance Magazine zu einer der ‚herausragendsten 25 Künstler’ gekürt.

ÉTIENNE GUILLOTEAU
Étienne Guilloteau beschäftigt sich aktuell mit der dramaturgischen Beziehung zwischen Tanz, Musik und Licht. Sein Hauptinteresse ist es, das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente einer Theateraufführung in Frage zu stellen. Sein Duett „Synopsis of a Battle“ wurde 2013 am Kaaitheater uraufgeführt. Im gleichen Jahr kreierte er auf Einladung von Christopher House „The Gyres“, ein Stück für das TDT (Toronto Dance Theater). Das Solo „Feu“ erarbeitete er für die argentinische Tänzerin Cecilia Lisa Eliceche mit Live-Musik des E-Gitarren-Quartetts Zwerm. Für das Musikfestival DIALOGE in Salzburg hat er 2015 in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Ensemble Für Neue Musik ein Stück für acht Tänzer der SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance) kreiert.

HETAIN PATEL
Hetain Patel ist Bildender Künstler. Seit 2004 wurden seine Videoarbeiten, Fotografien, Skulpturen und Live-Performances international, u. a. in der Tate Modern, London, und dem Ullens-Zentrum für zeitgenössische Kunst in Peking gezeigt. Seine Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen in Großbritannien, China, Indien und den USA vertreten. Patel arbeitet mit Künstlern verschiedener Disziplinen, mit Familienmitgliedern und Laien zusammen und ist ‚New Wave Associate’ des Sadler’s Wells, London.

LUCY SUGGATE
Lucy Suggate ist als Tänzerin und Künstlerin insbesondere für ihre einnehmenden Solo-Performances bekannt. 2013/14 wurde sie als ‚Modul Dance Artist’ von Mercat de Les Flors und Graner in Barcelona, Dansehallerne & BoraBora in Aarhus und dem Entwicklungsfonds des Arts Council England unterstützt. Daraus ging ihre aktuelle Arbeit „Pilgrim“ hervor, welche von internationalen Festivals präsentiert wurde. Ihre letzten Arbeiten – „Secrets of the Open Sea“ sowie „Test Pieces“ für Tanz im August 2015 – kreierte sie zusammen mit Rosemary Butcher. Mit Siobhan Davies Dance und der National Gallery London arbeitet sie derzeit an dem zweijährigen EU-Projekt „Dancing Museums“.

RABIH MROUÉ

Rabih Mroué ist ein in Berlin lebender Künstler, Schauspieler und Regisseur, dessen Werk Bildende Kunst, Performance und Theater verbindet. […] Im Wechselspiel zwischen Realität und Fiktion nutzt Mroué Dokumente, Videomaterial, Fotografien und Objekte, um die Autorität von archivierten Zeugnissen zu hinterfragen. Er ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Beirut Art Center Association (BAC), Mitherausgeber der TDR: The Drama Review (NYC) sowie Regisseur an den Münchner Kammerspielen. Von 2012-15 war er Fellow des Internationalen Forschungszentrums „Verflechtungen von Theaterkulturen“ Berlin.

Zu seinen aktuellen Bühnenarbeiten gehören „Ode to Joy“ (2015), „Riding on a cloud“ (2013) und mit Lina Majdalanie „33 RPM and a Few Seconds“ (2012). Seine letzten Ausstellungen waren u.a. „MOMA 2015“, Mesnta Gallerija (Ljubljana, 2014), SALT (Istanbul, 2014), CA2M (Madrid, 2013) und DOCUMENTA 13.

Vom 30. März bis 3. April 2016 war eine Werkschau der wichtigsten Arbeiten des Künstlers (in Zusammenarbeit mit Lina Majdalanie) mit dem Titel „Outside the Image Inside Us“ im
HAU Hebbel am Ufer zu sehen.

WATER BETWEEN THREE HANDS
Konzept / Regie: Rabih Mroué
Premiere: 23. April 2016, Kampnagel I K2, Hamburg

© Dorothea Tuch

ELEPHANT
Konzept / Regie: Rabih Mroué in Zusammenarbeit mit Ty Boomershine und Jone San Martin
Premiere: 28. Februar 2018, DANCE ON Festival, HAU Hebbel am Ufer, Berlin

© Jubal Battisti

YOU SHOULD HAVE SEEN ME DANCING WALTZ
Konzept / Regie: Rabih Mroué 
Premiere: 08. November 2019, Onassis Cultural Centre Athens

KAT VÁLASTUR

Kat Válastur ist Choreografin und Performerin in Berlin. Nach ihrer Tanzausbildung an der Hellenic State School of Dance war sie Fullbright-Stipendiatin der Trisha Brown Studios in New York.[…] 2001 gründete sie adLibdances, ein Treffpunkt für Künstler verschiedener Bereiche zur Forschung und Zusammenarbeit hinsichtlich neuer tänzerischer Konzepte. Während ihres M.A.-Studiums am Hochschulübergrei­fenden Zentrum Tanz Berlin beschäftigte sie sich mit der Frage „Was bleibt noch zu tanzen?“ und schuf damit den philoso­phischen Kontext, in dem sie ihre Werke entwickelt: Fragmen­tierung, ‚di­verted architecture’, Zeitraffer, Entropie, Fiktion und Virtualität sind einige der Begriffe, die ihren Arbeiten und der Erstellung eines bestimmten Kräftefeldes zu Grunde liegen. Die Körper bewegen sich in diesem Feld, das ihnen eine bestimmte Be­wegungsweise abverlangt. 2007 erhielt ihr Solo „What scratches the Glass from the inside“ den Jarmila Jeřábková Choreographie-Preis in Prag, 2009 kreierte sie „Lang“, das von internationalen Tanzfestivals in Europa eingeladen wurde und Ausgangspunkt der darauffolgenden Arbeiten wurde. 2010 begann Válastur das mehrteilige Projekt „Oh! Deep sea“, eine Arbeit an Homers Odyssee, bei der jede Episode ein eigener „CORPUS“ wurde („Oh! Deep Sea – Corpus I and IV” (2010), „Corpus II” (2011) und „Corpus III” (2012 )). Als Stipendiatin am Institut für Raum­experimente unter der Leitung von Ólafur Elíasson in Zusammenarbeit mit der UdK Berlin (2013/14) begann sie mit einer neuen Reihe von Choreo­grafien: „The marginal Sculptures of Newtopia“. Válasturs Arbeiten wurden international gezeigt. 2016 wurde sie von der Fachzeitschrift tanz als vielversprechendes Talent ausgezeichnet, 2017 wurde sie für den George-Tabori-Preis nominiert.

 

THOSE SPECKS OF DUST
Konzept / Choreografie / Sound: Kat Válastur
Premiere: 19. August 2016, Tanz im August 2016 / HAU 1, Berlin

  © Dorothea Tuch

ULTRA CENSORED
Konzept/Montage/Sound: Kat Válastur
Feat. Brit Rodemund
Premiere: 28. Februar 2018, DANCE ON Festival, HAU Hebbel am Ufer

  © Kat Válastur

Der 10-minütige Film Ultra censored zeigt das Portrait einer Frau als mystisches Feld. Die Kamera konzentriert sich auf Brit Rodemunds Gesicht und Gesten, während sie die Geburt ihrer Tochter im Detail beschreibt. In Zeitlupe gefilmt, entführt der Film in ein verschlüsseltes Universum von Gesten mythischer Dimension. Wie eine moderne Sphinx, verschönert mit typischen Attributen, artikuliert sie das Enigma eines Menschen im Hier und Jetzt, während sich ihr Bild in unseren Augen widerspiegelt.

WILLIAM FORSYTHE

Forsythe wuchs in New York auf und begann seine Ausbildung bei Nolan Dingman und Christa Long in Florida. […]

Er tanzte mit dem Joffrey Ballet und später mit dem Stuttgarter Ballett, dessen Hauschoreograf er 1976 wurde. 1984 begann seine 20-jährige Tätigkeit als Direktor des Ballett Frankfurt. Nach dessen Auflösung formierte Forsythe ein neues Ensemble, The Forsythe Company, das er von 2005 bis 2015 leitete. Forsythes jüngeren Werke wurden ausschließlich von dieser neuen Kompanie entwickelt und aufgeführt, während seine früheren Arbeiten einen zentralen Platz im Repertoire praktisch aller wichtigen Ballettensembles der Welt einnehmen, wie beispielsweise dem Mariinsky Ballett, New York City Ballet, und Ballet de l’Opéra de Paris.

Seit 1989 entwickelt William Forsythe Installationsarbeiten, die er als Choreographic Objects bezeichnet und welche weltweit ausgestellt werden.

William Forsythe ist derzeit Professor of Dance und Künstlerischer Berater des Choreografischen Instituts an der University of Southern California, Glorya Kaufman School of Dance.

 

CATALOGUE (FIRST EDITION)
Choreografie. William Forsythe
Premiere: 7. Oktober 2016, Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen
Weitere Aufführung am 8.Oktober 2016

© Dorothea Tuch