Archiv für den Monat: Februar 2021

KAT VÁLASTUR

Kat Válastur ist Choreografin und Performerin in Berlin. Nach ihrer Tanzausbildung an der Hellenic State School of Dance war sie Fullbright-Stipendiatin der Trisha Brown Studios in New York.

2001 gründete sie adLibdances, ein Treffpunkt für Künstler verschiedener Bereiche zur Forschung und Zusammenarbeit hinsichtlich neuer tänzerischer Konzepte. Während ihres M.A.-Studiums am Hochschulübergrei­fenden Zentrum Tanz Berlin beschäftigte sie sich mit der Frage „Was bleibt noch zu tanzen?“ und schuf damit den philoso­phischen Kontext, in dem sie ihre Werke entwickelt: Fragmen­tierung, ‚di­verted architecture’, Zeitraffer, Entropie, Fiktion und Virtualität sind einige der Begriffe, die ihren Arbeiten und der Erstellung eines bestimmten Kräftefeldes zu Grunde liegen. Die Körper bewegen sich in diesem Feld, das ihnen eine bestimmte Be­wegungsweise abverlangt.

2007 erhielt ihr Solo What scratches the Glass from the inside den Jarmila Jeřábková Choreographie-Preis in Prag, 2009 kreierte sie Lang, das von internationalen Tanzfestivals in Europa eingeladen wurde und Ausgangspunkt der darauffolgenden Arbeiten wurde. 2010 begann Válastur das mehrteilige Projekt Oh! Deep sea, eine Arbeit an Homers Odyssee, bei der jede Episode ein eigener CORPUS wurde (Oh! Deep Sea – Corpus I and IV (2010), Corpus II (2011) und Corpus III (2012 )). Als Stipendiatin am Institut für Raum­experimente unter der Leitung von Ólafur Elíasson in Zusammenarbeit mit der UdK Berlin (2013/14) begann sie mit einer neuen Reihe von Choreo­grafien: The marginal Sculptures of Newtopia.

Válasturs Arbeiten wurden international gezeigt. 2016 wurde sie von der Fachzeitschrift tanz als vielversprechendes Talent ausgezeichnet, 2017 wurde sie für den George-Tabori-Preis nominiert.

ULTRA CENSORED
Konzept, Montage & Sound: Kat Válastur
Feat. Brit Rodemund
Premiere: 28. Februar 2018, DANCE ON Festival, HAU Hebbel am Ufer | Berlin

  © Kat Válastur

Der 10-minütige Film Ultra censored zeigt das Portrait einer Frau als mystisches Feld. Die Kamera konzentriert sich auf Brit Rodemunds Gesicht und Gesten, während sie die Geburt ihrer Tochter im Detail beschreibt. In Zeitlupe gefilmt, entführt der Film in ein verschlüsseltes Universum von Gesten mythischer Dimension. Wie eine moderne Sphinx, verschönert mit typischen Attributen, artikuliert sie das Enigma eines Menschen im Hier und Jetzt, während sich ihr Bild in unseren Augen widerspiegelt.