Archiv für den Monat: November 2015

MATTEO FARGION

Matteo Fargion und die Künstler der Produktion 7 Dialogues.  […] Matteo Fargion ist als Komponist, Performer und Lehrer seit über 25 Jahren in Tanz und Theater tätig und arbeitete mit führenden Choreografen und Regisseuren in Großbritannien und im Ausland zusammen – so in den letzten fünfzehn Jahren vor allem mit Siobhan Davies, Karl Jay Lewin und Jonathan Burrows. Gemeinsam mit Burrows konzipierte und performte er eine Reihe von zehn Duetten. „Both Sitting Duet“ gewann 2004 den New Yorker Bessie Award (für ‚Tanz und Performance’). „Cheap Lecture“ wurde 2009 für das renommierte Het Theaterfestival in Belgien ausgewählt. Matteo Fargion hat viel Musik für das Theater komponiert, vor allem in Deutschland, wo er mit Elmar Goerden sowie mit Thomas Ostermeier an der Schaubühne Berlin zusammenarbeitete. Als Gastdozent hat er bei PARTS in Brüssel unterrichtet und neue Ansätze in der Kompositionslehre entwickelt, die er vor allem in Workshops präsentiert und anwendet.

7 DIALOGUES
Regie / Komposition: Matteo Fargion
Premiere: 28  Januar 2016, Holland Dance FestivalKorzo Theatre, Den Haag

© Dorothea Tuch


Die Künstler der 7 Dialogues:
IVO DIMCHEV
Ivo Dimchev, Jahrgang 1976, ist Tänzer und Performer aus Bulgarien. Sein Werk bildet eine extreme und bunte Mischung aus Performance-Kunst, Tanz, Theater, Musik, Zeichnungen und Fotografie. Er erhielt zahlreiche internationale Preise für Tanz und Theater und zeigte seine Arbeiten in Europa sowie Süd- und Nordamerika. 2014 eröffnete er das MOZEI, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Musik in Sofia, Bulgarien.

TIM ETCHELLS
Tim Etchells ist Künstler und Schriftsteller aus Großbritannien. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Performance, bildender Kunst und Fiktion. Bekannt ist er insbesondere als Leiter der in Sheffield angesiedelten, international renommierten Performance-Gruppe Forced Entertainment. Etchells ist auch als Bildender Künstler und Autor tätig. Seine installativen Arbeiten wurden von internationalen Ausstellungen u. a. in Italien, England und Japan gezeigt. Eine seiner aktuelleren Veröffentlichungen ist „While You Are With Us Here Tonight“ (2013). Derzeit ist er Professor für Performance an der Universität Lancaster.

BETH GILL
Beth Gill ist Tänzerin und Choreografin und entwickelt seit 2005 Arbeiten im Bereich zeitgenössischer Tanz und Performance in New York City. Sie ist Absolventin der New York University Tisch School of the Arts. Ihre Auftritte wurden national und international präsentiert. Sie erhielt verschiedene Stipendien und Fellowships (Guggenheim, Hodder, Choreography Fellow am New York City Center) sowie Preise (Doris Duke Impact Award 2015, Artist Award der Foundation for Contemporary Arts Grants 2012, Bessie Awards für ‚Herausragende Choreografen’ und den Jury-Preis 2011). 2012 wurde sie vom Dance Magazine zu einer der ‚herausragendsten 25 Künstler’ gekürt.

ÉTIENNE GUILLOTEAU
Étienne Guilloteau beschäftigt sich aktuell mit der dramaturgischen Beziehung zwischen Tanz, Musik und Licht. Sein Hauptinteresse ist es, das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente einer Theateraufführung in Frage zu stellen. Sein Duett „Synopsis of a Battle“ wurde 2013 am Kaaitheater uraufgeführt. Im gleichen Jahr kreierte er auf Einladung von Christopher House „The Gyres“, ein Stück für das TDT (Toronto Dance Theater). Das Solo „Feu“ erarbeitete er für die argentinische Tänzerin Cecilia Lisa Eliceche mit Live-Musik des E-Gitarren-Quartetts Zwerm. Für das Musikfestival DIALOGE in Salzburg hat er 2015 in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Ensemble Für Neue Musik ein Stück für acht Tänzer der SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance) kreiert.

HETAIN PATEL
Hetain Patel ist Bildender Künstler. Seit 2004 wurden seine Videoarbeiten, Fotografien, Skulpturen und Live-Performances international, u. a. in der Tate Modern, London, und dem Ullens-Zentrum für zeitgenössische Kunst in Peking gezeigt. Seine Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen in Großbritannien, China, Indien und den USA vertreten. Patel arbeitet mit Künstlern verschiedener Disziplinen, mit Familienmitgliedern und Laien zusammen und ist ‚New Wave Associate’ des Sadler’s Wells, London.

LUCY SUGGATE
Lucy Suggate ist als Tänzerin und Künstlerin insbesondere für ihre einnehmenden Solo-Performances bekannt. 2013/14 wurde sie als ‚Modul Dance Artist’ von Mercat de Les Flors und Graner in Barcelona, Dansehallerne & BoraBora in Aarhus und dem Entwicklungsfonds des Arts Council England unterstützt. Daraus ging ihre aktuelle Arbeit „Pilgrim“ hervor, welche von internationalen Festivals präsentiert wurde. Ihre letzten Arbeiten – „Secrets of the Open Sea“ sowie „Test Pieces“ für Tanz im August 2015 – kreierte sie zusammen mit Rosemary Butcher. Mit Siobhan Davies Dance und der National Gallery London arbeitet sie derzeit an dem zweijährigen EU-Projekt „Dancing Museums“.

Water between three hands

Konzept / Regie: RABIH MROUÉ[…]

In Zusammenarbeit mit dem DANCE ON ENSEMBLE

Live-Musik/Komposition: Philipp Danzeisen

Philipp Danzeisen wurde in Essen geboren und wuchs in einer Schauspielerfamilie in Frankfurt/Main auf. So entwickelte er frühzeitig Interesse an der Kombination von Theater, Tanz und Musik. 1994 zog er nach New York, studierte dort Schlagzeug an der New School und erlangte 1998 den BFA. 2006 bekam er ein Stipendium für das Sound Design Programm des Instituts für Tanz und Theater der UCSD, wo er ein Jahr studierte. Philipp Danzeisen lebt heute in Berlin. Er wirkte in Stücken von Einar Schleef, Jan Fabre, William Forsythe/Ballett Frankfurt, Tom Kühnel/Schaubühne Berlin und Walter Fischbacher (New York) mit. Außerdem entwickelte er eigene Soundprojekte, zum Beispiel für die Artaud Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf. Als Sound Designer arbeitete er auch für Modenschauen von Hugo Boss und Costume National in Milano/Italien. 2005 tourte er mit seinem eigenen Projekt Urjazz-Sonate durch Europa und war zur Kurt Schwitters Ausstellung im Museo Arte Moderne in Mexico Stadt eingeladen. Im Berliner Martin-Gropius-Bau trommelte er für die ZERO Performancenacht 2015.

www.sharpa.org (aktuelles Projekt)

Licht: Benjamin Schälike
Sound: Mattef Kuhlmey

 

Sterben, Verschwinden, Abschiednehmen sind Prozesse des Übergangs zur Abwesenheit. Man verliert etwas, jemanden, sich selbst. Doch zugleich bleibt das, was verloren gegangen ist, und schreibt sich in unser Gedächtnis ein. Wir tanzen auf den Spuren eines existierenden Bildes, sammeln Fragmente, versuchen ein Ganzes zu sehen, das nicht existiert. Wir tragen Wasser, das durch unsere Hände rinnt. Wenn es keinen Anfang gibt, dann gibt es auch kein Ende, keine Grenze, keine Hierarchie.

In seiner ersten Arbeit mit Tänzern beschäftigt sich Rabih Mroué mit dem Wechselspiel zwischen An- und Abwesenheit, Realität und Fiktion. Die Körper der Darsteller sind dabei die Orte, an denen sich diese fraglichen Abgrenzungen als archivierte Sedimente ablagern.

 

Premiere: 23. April 2016, Kampnagel I K2, Hamburg

Produktion: DANCE ON / DIEHL+RITTER
Koproduktion: Kampnagel Hamburg, tanzhaus nrw
In Zusammenarbeit mit der Tanzfabrik Berlin im Rahmen des Residenz- und Veranstaltungsprogramms

DANCE ON ist eine Initiative der DIEHL+RITTER gUG. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union im Rahmen von DANCE ON, PASS ON, DREAM ON

 

RABIH MROUÉ

Rabih Mroué ist ein in Berlin lebender Künstler, Schauspieler und Regisseur, dessen Werk Bildende Kunst, Performance und Theater verbindet. […] Im Wechselspiel zwischen Realität und Fiktion nutzt Mroué Dokumente, Videomaterial, Fotografien und Objekte, um die Autorität von archivierten Zeugnissen zu hinterfragen. Er ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Beirut Art Center Association (BAC), Mitherausgeber der TDR: The Drama Review (NYC) sowie Regisseur an den Münchner Kammerspielen. Von 2012-15 war er Fellow des Internationalen Forschungszentrums „Verflechtungen von Theaterkulturen“ Berlin.

Zu seinen aktuellen Bühnenarbeiten gehören „Ode to Joy“ (2015), „Riding on a cloud“ (2013) und mit Lina Majdalanie „33 RPM and a Few Seconds“ (2012). Seine letzten Ausstellungen waren u.a. „MOMA 2015“, Mesnta Gallerija (Ljubljana, 2014), SALT (Istanbul, 2014), CA2M (Madrid, 2013) und DOCUMENTA 13.

Vom 30. März bis 3. April 2016 war eine Werkschau der wichtigsten Arbeiten des Künstlers (in Zusammenarbeit mit Lina Majdalanie) mit dem Titel „Outside the Image Inside Us“ im
HAU Hebbel am Ufer zu sehen.

WATER BETWEEN THREE HANDS
Konzept / Regie: Rabih Mroué
Premiere: 23. April 2016, Kampnagel I K2, Hamburg

© Dorothea Tuch

ELEPHANT
Konzept / Regie: Rabih Mroué in Zusammenarbeit mit Ty Boomershine und Jone San Martin
Premiere: 28. Februar 2018, DANCE ON Festival, HAU Hebbel am Ufer, Berlin

© Jubal Battisti

YOU SHOULD HAVE SEEN ME DANCING WALTZ
Konzept / Regie: Rabih Mroué 
Premiere: 08. November 2019, Onassis Cultural Centre Athens

7 Dialogues

Künstlerische Leitung / Komposition: MATTEO FARGION[…]

In künstlerischer Zusammenarbeit von und mit:

Ty Boomershine und Beth Gill
Amancio Gonzalez und Hetain Patel
Brit Rodemund und Lucy Suggate
Jone San Martin und Tim Etchells
Ami Shulman und Étienne Guilloteau
Frédéric Tavernini und Noé Soulier

Besonderer Dank an Christopher Roman und Ivo Dimchev für ihren wesentlichen künstlerischen Beitrag.

Kostüm: Claudia Hill

Claudia Hill ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin, die Textilien in tiefgründige Objekte verwandelt. Ihre Arbeit umfasst Kostümdesign, partizipatorische Projekte und visuelle Konzeptkunst. Als Kostümbildnerin begann Hill in den 1990er Jahren in New York und entwickelte dort ihre gleichnamige Modelinie. Ihre Kollektionen wurden in Form von multimedialen Ereignissen während der New York Fashion Week präsentiert, wobei sie mit einer Vielzahl von Künstlern, unter anderem mit dem Musiker Skúli Sverrisson, der Künstlerin Nelly Agassi und der innovativen Firma Asymptote-Architektur zusammen arbeitete. Ihre leidenschaftliche Auseinandersetzung mit Performance-Kunst lässt sich auf ihren eigenen Hintergrund und ihre Ausbildung in Tanz zurückführen. Seit 2008 lebt Hill in Berlin wo sie visuelle Konzepte und Kostüme unter Anderem für Performances der Choreografin Meg Stuart und für ‚Künstler’-Filme von Michaël Borremans oder Boris Achour entwickelt. Des Weiteren wurde sie beauftragt, die Kostüme für den Choreografen William Forsythe und für das New Yorker Ensemble The Wooster Group zu entwerfen. Die Kritikerin Leora Barish schrieb über ihre Arbeit: „Hills Ansatz ist in der Regel spielerisch ikonoklastisch, sinnlich aber ästhetisch verfeinert, intellektuell elegant. Es besteht immer eine Balance zwischen Experimentierfreudigkeit und dem Verfolgen eines klaren Ziels, so dass jedes Detail gerechtfertigt ist, und das Gesamtwerk Würde und Integrität ausstrahlt.“ Hill entwickelt weiterhin ihre Ideen für visuelle Konzepte, Kostüme und partizipatorische Projekte, die sie immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. „Ich interessiere mich für Objekte, die Möglichkeiten für persönliche Begegnungen schaffen und als Vermittler fungieren: Das wird in einem Projekt aus 2011 gut sichtbar, als ich einen Poncho aus recycelten Textilien webte und diesen auf eine Reise um die Welt zu Künstlerfreunden schickte. Die Dokumentation über ihre Interaktion mit diesem Poncho ist in Form eines Reisetagebuchs festgehalten, welches als Buch veröffentlicht werden soll.“

Licht: Benjamin Schälike

Benjamin Schälike arbeitet seit 1991 als freischaffender Lichtdesigner für Theater, Oper, Tanz und Performance. Er arbeitete u.a. für: 2 FISH, Alexander Charim, Angela Schubot, Eva Meyer Keller, Felix Marchand, Gesine Danckwart, Hanna Hegenscheidt, Hannah Hurtzig, Hans-Werner Kroesinger, Hermann Heisig, Hyoung-Min Kim, Jee-Ae Lim, Julia Reinartz, Lea Martini, Lupita Pulpo, Martin Clausen, Nir de Wolf, Santiago Blaum, She She Pop, Peter Zadek und White Horse. Er ist Mitbegründer der Tanztage Berlin, für die er bis 2010 als Technischer Leiter gearbeitet hat. In dieser oder ähnlicher Funktion hat er für weitere Festivals (Expo 2000; Mobile Akademie; Ruhrfestspiele Recklinghausen; Tanz im August; Impulse Tanz Wien; Tanznacht; Love Parade; Uferstudios Berlin) gearbeitet. Seit 2012 ist er Technischer Leiter der Uferstudios Berlin. 2007 hat er zusammen mit Inge Koks die Tanztage Berlin programmiert und künstlerisch geleitet. 2006 und 2007 hat er eigene Inszenierungen in den Sophiensaelen gezeigt („Wir steigern uns …“, 2006, und „Das schwierige ist ja, dass es viel einfacher ist …“, 2007). Seit 2007 gibt er Seminare als Gastdozent für Lichtdesign an der Kunstakademie Düsseldorf, der HFG/ZKM Karlsruhe, der Ernst Busch Schule für Choreografie und am HZT Berlin sowie in Seoul (Korea) und in Montevideo (Urugray).

Ton: Florian Fischer

Florian Fischer arbeitet als Sound Designer und Entwickler multimedialer Systeme für Performance und Kunst-Installation. Er studierte Kommunikationswissenschaft, Musikwissenschaft und Technische Akustik an der Technischen Universität Berlin und hat mit vielen Theater-Kollektiven und Künstlern, u. a. mit She She Pop, Rimini Protokoll, Lose Combo und Chris Kondek zusammengearbeitet.

 

7 Dialogues ist als erste Produktion der DANCE ON 1. EDITION den exzellenten Tänzern gewidmet. In Zusammenarbeit mit künstlerischen Dialogpartnern entstehen individuelle Porträts der Tänzer, die von dem Komponisten Matteo Fargion zu einer Gesamtkomposition ineinander verflochten werden. Amancio Gonzalez  trifft auf den Londoner Shooting Star und Bildenden Künstler, Frédéric Tavernini arbeitet mit dem französischen Choreografen Noé Soulier und Jone San Martin mit dem britischen Regisseur, Autor und Performer Tim Etchells, Leiter der berühmten Performance-Gruppe Forced Entertainment. Ty Boomershine entwickelt sein Solo mit der New Yorker Choreografin Beth Gill. Brit Rodemunds Dialogpartnerin ist die Londoner Choreografin und Tänzerin Lucy Suggate, während Ami Shulman den französischen Choreografen Étienne Guilloteau an ihrer Seite hat. Im Sinne eines siebten Dialogs konzipiert Fargion gemeinsam mit den Tänzern aus diesen höchst unterschiedlichen Soli einen Abend, der das gesamte DANCE ON ENSEMBLE kongenial präsentiert.

 

Premiere am 28. Januar 2016 beim Holland Dance Festival, Korzo Theater, Den Haag
Weitere Aufführungen am 29. und 30. Januar 2016; Premiere Solo Frédéric Tavernini: 26. Juni 2017, Sadler’s Wells Theater, London

Produktion: DANCE ON / DIEHL+RITTER gUG
Koproduktion: Holland Dance Festival, Theater im Pfalzbau, tanzhaus nrw
Mit Unterstützung von BASF SE
In Zusammenarbeit mit CND Centre national de la danse

DANCE ON ist eine Initiative der DIEHL+RITTER gUG, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union im Rahmen von DANCE ON, PASS ON, DREAM ON

KAT VÁLASTUR

Kat Válastur ist Choreografin und Performerin in Berlin. Nach ihrer Tanzausbildung an der Hellenic State School of Dance war sie Fullbright-Stipendiatin der Trisha Brown Studios in New York.[…] 2001 gründete sie adLibdances, ein Treffpunkt für Künstler verschiedener Bereiche zur Forschung und Zusammenarbeit hinsichtlich neuer tänzerischer Konzepte. Während ihres M.A.-Studiums am Hochschulübergrei­fenden Zentrum Tanz Berlin beschäftigte sie sich mit der Frage „Was bleibt noch zu tanzen?“ und schuf damit den philoso­phischen Kontext, in dem sie ihre Werke entwickelt: Fragmen­tierung, ‚di­verted architecture’, Zeitraffer, Entropie, Fiktion und Virtualität sind einige der Begriffe, die ihren Arbeiten und der Erstellung eines bestimmten Kräftefeldes zu Grunde liegen. Die Körper bewegen sich in diesem Feld, das ihnen eine bestimmte Be­wegungsweise abverlangt. 2007 erhielt ihr Solo „What scratches the Glass from the inside“ den Jarmila Jeřábková Choreographie-Preis in Prag, 2009 kreierte sie „Lang“, das von internationalen Tanzfestivals in Europa eingeladen wurde und Ausgangspunkt der darauffolgenden Arbeiten wurde. 2010 begann Válastur das mehrteilige Projekt „Oh! Deep sea“, eine Arbeit an Homers Odyssee, bei der jede Episode ein eigener „CORPUS“ wurde („Oh! Deep Sea – Corpus I and IV” (2010), „Corpus II” (2011) und „Corpus III” (2012 )). Als Stipendiatin am Institut für Raum­experimente unter der Leitung von Ólafur Elíasson in Zusammenarbeit mit der UdK Berlin (2013/14) begann sie mit einer neuen Reihe von Choreo­grafien: „The marginal Sculptures of Newtopia“. Válasturs Arbeiten wurden international gezeigt. 2016 wurde sie von der Fachzeitschrift tanz als vielversprechendes Talent ausgezeichnet, 2017 wurde sie für den George-Tabori-Preis nominiert.

 

THOSE SPECKS OF DUST
Konzept / Choreografie / Sound: Kat Válastur
Premiere: 19. August 2016, Tanz im August 2016 / HAU 1, Berlin

  © Dorothea Tuch

ULTRA CENSORED
Konzept/Montage/Sound: Kat Válastur
Feat. Brit Rodemund
Premiere: 28. Februar 2018, DANCE ON Festival, HAU Hebbel am Ufer

  © Kat Válastur

Der 10-minütige Film Ultra censored zeigt das Portrait einer Frau als mystisches Feld. Die Kamera konzentriert sich auf Brit Rodemunds Gesicht und Gesten, während sie die Geburt ihrer Tochter im Detail beschreibt. In Zeitlupe gefilmt, entführt der Film in ein verschlüsseltes Universum von Gesten mythischer Dimension. Wie eine moderne Sphinx, verschönert mit typischen Attributen, artikuliert sie das Enigma eines Menschen im Hier und Jetzt, während sich ihr Bild in unseren Augen widerspiegelt.

Those specks of dust

Konzept / Choreografie: KAT VÁLASTUR[…]

In Zusammenarbeit mit dem DANCE ON ENSEMBLE

Licht: Martin Beeretz
Bühne/Installation: Filippos Kavakas
Choreografische Assistenz: Maria Tzika
Sound: Kat Válastur/Stephan Wöhrmann
Kostüme: Lydia Sonderegger
Kostümassistenz: Héloïse Bouteille
Produktionsleitung: Guilia Messia

Mit Ty Boomershine, Amancio Gonzalez, Brit Rodemund, Christopher Roman, Jone San Martin, Ami Shulman.

 

Sich daran erinnern wie man Tänzer wurde, an das Bedürfnis, das da ist, Dinge zu sagen, die in keiner anderen Weise ausgedrückt werden können als durch Tanz. Ein Körper, der diesem unbedingten Verlangen folgt, muss wie ein Pferd gezähmt werden, ohne ihm seine Wildheit zu nehmen. Um eine Bewegungssequenz klar und anmutig aufzuführen, muss der Tanz von exzessiver Natur sein, getragen von lebenslanger Arbeit. Dann kommt die Zeit, den Tanz mit anderen zu teilen, dem Publikum die Arbeit vorzustellen.

Those specks of dust kehrt die Form des Aufführens um, gibt das ‚Auge des Betrachters’ an die Tänzer. Ihr Blick richtet sich nun auf ihre Körper, auf die eigenen Bewegungen. Durch diese subjektive Wahrnehmung kehren sie an die primären Wurzeln ihrer Entscheidung zurück. Die Choreografie bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Faszination, ihr Staunen und ihre Überraschung über ihre tanzenden Körper wieder zu erfahren, wieder zu entdecken und auszudrücken.

„Ein Körper, der eine Bewegung im Raum entfaltet, ist wie eine Welt, die gerade geboren wird. Das ist, was die Tänzer des DANCE ON ENSEMBLES Ty, Brit, Ami, Jone, Amancio und Christopher vermitteln, wenn sie ihre Arme sich öffnen sehen…Wow!“ Kat Valálastur

 

Premiere: 19. August 2016, Tanz im August 2016 / HAU 1, Berlin

Produktion: DANCE ON / DIEHL+RITTER gUG
Koproduktion: Tanz im August, tanzhaus nrw
Dank an die Tanzfabrik Berlin und die Uferstudios GmbH

DANCE ON ist eine Initiative der DIEHL+RITTER gUG, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union im Rahmen von DANCE ON, PASS ON, DREAM ON.

 

WILLIAM FORSYTHE

Forsythe wuchs in New York auf und begann seine Ausbildung bei Nolan Dingman und Christa Long in Florida. […]

Er tanzte mit dem Joffrey Ballet und später mit dem Stuttgarter Ballett, dessen Hauschoreograf er 1976 wurde. 1984 begann seine 20-jährige Tätigkeit als Direktor des Ballett Frankfurt. Nach dessen Auflösung formierte Forsythe ein neues Ensemble, The Forsythe Company, das er von 2005 bis 2015 leitete. Forsythes jüngeren Werke wurden ausschließlich von dieser neuen Kompanie entwickelt und aufgeführt, während seine früheren Arbeiten einen zentralen Platz im Repertoire praktisch aller wichtigen Ballettensembles der Welt einnehmen, wie beispielsweise dem Mariinsky Ballett, New York City Ballet, und Ballet de l’Opéra de Paris.

Seit 1989 entwickelt William Forsythe Installationsarbeiten, die er als Choreographic Objects bezeichnet und welche weltweit ausgestellt werden.

William Forsythe ist derzeit Professor of Dance und Künstlerischer Berater des Choreografischen Instituts an der University of Southern California, Glorya Kaufman School of Dance.

 

CATALOGUE (FIRST EDITION)
Choreografie. William Forsythe
Premiere: 7. Oktober 2016, Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen
Weitere Aufführung am 8.Oktober 2016

© Dorothea Tuch