P R O D U K T I O N E N

ANY ATTEMPT WILL END IN CRUSHED BODIES AND SHATTERED BONES

© Luis Xertu

Jan Martens & Dance On Ensemble

Choreografie: Jan Martens

Mit: Ty Boomershine, Truus Bronkhorst, Jim Buskens, Baptiste Cazaux, Zoë Chungong, Piet Defrancq, Naomi Gibson, Kimmy Ligtvoet, Cherish Menzo, Steven Michel, Gesine Moog, Dan Mussett, Wolf Overmeire, Tim Persent, Courtney May Robertson, Laura Vanborm, Loeka Willems
Zweitbesetzung: Pierre Bastin, Georgia Boddez, Wannes Labath, Zora Westbroek

Künstlerische Assistenz: Anne-Lise Brevers
Lichtdesign: Jan Fedinger
Outside Eye: Marc Vanrunxt, Renée Copraij and Rudi Meulemans

Produktion: GRIP
In Kooperation mit dem Dance On Ensemble

Internationaler Vertrieb: A Propic / Line Rousseau and Marion Gauvent
Co-Produktion: deSingel internationale arts campus (Antwerp, BE), Theater Freiburg (DE), Sadler’s Wells (Londen, UK), Théâtre de la Ville – Paris (FR), Julidans (Amsterdam, NL), Le Gymnase CDCN Roubaix Hauts-de-France (FR), Norrlandsoperan (Umeå, SE), La Bâtie - Festival de Genève & l’ADC - Association pour la Danse Contemporaine Genève (CH), more tbc
Mit Unterstützung von: De Grote Post (Ostend, BE), CCNO - Centre Chorégraphique National d'Orléans icw Théâtre d’Orléans, Charleroi Danse (BE), more tbc
Mit finanzieller Unterstützung von: the Flemish Government

Premiere: 23. April 2020, deSingel, Antwerpen (BE)

In seinem neuen Stück any attempt will end in crushed bodies and shattered bones arbeitet Jan Martens mit 17 Tänzern unterschiedlichen Alters - zwischen 15 und 68 Jahren - zusammen und reflektiert mit ihnen den (Un)-Sinn von Fortschritt und Stillstand als Akt der Rebellion.

any attempt will end in crushed bodies and shattered bones ist ein Stück über Protest und die Forderung nach Veränderung. Der Titel bezieht sich auf die Drohungen, die der chinesische Präsident Xi Jinping im Oktober 2019 während der Proteste in Hongkong (paraphrasiert von CNN (*)) ausgesprochen hat. Diese Art von Gewaltsprache scheint in der heutigen Gesellschaft tief verwurzelt zu sein. Von den Reden wichtiger politischer Persönlichkeiten wie Donald Trump bis hin zu Online-Kommentaren: Wir stellen eine Zunahme alltäglicher rhetorischer Gewalt fest, die leicht in reale Gewalt umschlagen könnte. Der konstante Strom von lauter, direkter und harter Sprache und falschen Wahrheiten - in denen Worte bedeutungslos werden - wird nicht mehr in Frage gestellt. Wir nehmen es, wie es ist, zucken mit den Achseln und machen weiter. Es herrscht Gleichgültigkeit.

Dabei ist es immer wichtiger geworden, über die Bedeutung von Sprache nachzudenken. any attempt will end in crushed bodies and shattered bones reflektiert das durch eine besondere Sprache, die Sprache des Tanzes. Trotz des düsteren Titels ist dieses Werk voller Hoffnung. Denn ohne Hoffnung auf Besserung streben wir nicht nach Veränderung. Alte und neue Formen des Protests - wie Sit-ins, Kiss-ins, Die-ins, Lock-ons, Slut- walks, Krawalle, Boykotts, Streiks, Soapboxing und Radical Cheerleading - inspirieren zu einer Choreographie des Gehens, des Aufstehens und Stehens, des In-Bewegung-Setzens.

„any attempt will end in crushed bodies and shattered bones“ schaut auf die Momente, in denen ein Einzelner - oder die Gruppe als Ganzes - gegen den Strom schwimmt, still steht oder sich an den Rand zurückzieht. Es wird eine Performance sein, die nicht zögert, das Ekstatische zu suchen, bevor sie sich wenige Augenblicke später ins Hyper-Intime zurückzieht. Von hart bis schamlos romantisch. Mit einem breit gefächerten Soundtrack, der unter anderem Protestsongs aus verschiedenen Epochen enthält. Eine Performance, die eine Ode an den zivilen Ungehorsam sein will, die aus der Reihe tanzt und den Fortschritt beschwört. Was passiert, wenn man sich eines Tages entscheidet, einfach nicht mehr mitzumachen?

(*) Beitrag CNN