H I S T O R I E

WIE ES ZU DEM PROJEKT KAM

Riccarda Herre, ehemalige Tänzerin bei Johann Kresnik und heute Mitarbeiterin bei Diehl+Ritter, brachte den Stein ins Rollen – warum der starke Fokus der Tanzkunst auf die Jugend und nicht auch auf die Älteren? Mit DANCE ON wollen Madeline Ritter und ihr Team mehr als nur das Bewusstsein für die Problematik Tanz und Alter wecken. Das Projekt erstrebt eine nachhaltige Veränderung der künstlerischen Praxis sowie des kulturellen und wissenschaftlichen Denkens. Es zielt auf die Achtung von Qualitäten, die erst mit dem Altern gewonnen werden. Eine Referenz ist die von dem Choreografen Jiri Kylian gegründete Kompanie NDT3 (Nederlands Dans Teater) mit älteren Tänzern, die bis 2006 existierte.

Bei der Konzeption des Projekts konnte DIEHL+RITTER auf langjährige Erfahrungen in der Leitung von Kunst- und Förderprojekten wie Tanzplan Deutschland sowie die Tanzfonds der Kulturstiftung des Bundes zurückgreifen. Mit Begeisterung reagierte Christopher Roman, ehemaliger stellvertretender Direktor der Forsythe Company, auf die Idee und stieß bereits im Frühjahr 2014 zum Team. Sechs Tänzerinnen und Tänzer nahmen ab November 2015 die Probenarbeit in Berlin auf und gaben damit der Idee eine konkrete Form.

 

DIE DANCE ON 1.EDITION (2014-2018)

Für die 1. EDITION von DANCE ON waren ursprünglich sechs kürzere Werke geplant. Daraus sind am Ende nicht weniger als 11 Produktionen 15 herausragender internationaler Künstler entstanden, u.a. von Ersan Mondtag, Rabih Mroué, Deborah Hay, Jan Martens und William Forsythe.

Noch bevor überhaupt die Namen der Tänzer und Choreografen feststanden, kam die Einladung für die Premiere der allerersten Produktion zum renommierten Holland Dance Festival. 14 engagierte Koproduktionspartner und über 100 Vorstellungen in 13 Ländern mit begeisterter Presse- und Publikumsresonanz folgten.

Unter dem Titel „DANCE ON, PASS ON, DREAM ON“ erweiterte sich unsere Initiative mit Unterstützung der Europäischen Union um acht europäische Partnerorganisationen und 69 mitwirkende Institutionen, vereint in dem Wunsch, das Bewusstsein für Altersdiskriminierung – auf der Bühne und in der Gesellschaft – zu schärfen.

Anfang 2018 feierten wir in Berlin der krönende Abschluss der 1. EDITION: Im HAU Hebbel am Ufer konnten wir mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds in einem fünftägigen ausverkauften Festival die Schönheit von Erfahrung mit dem Berliner Publikum teilen. Das Pariser Centre National de la Danse schloss sich mit einer Dance On Retrospektive an.

 

DIE DANCE ON 2. EDITION

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat im Juni 2018 beschlossen, die Fortführung von DANCE ON mit 1,87 Millionen Euro zu unterstützen. Mit der Förderung der 2. EDITION wird es nun möglich, in den nächsten fünf Jahren die gesellschaftliche Wirkungskraft von DANCE ON mit neuen Akzenten zu vergrößern und das Bewusstsein für Altersdiskriminierung auf der Bühne und in der Gesellschaft weiter zu schärfen.

Für die 2. EDITION wird sich das DANCE ON ENSEMBLE öffnen und erweitern. Der Grundstock von Werken für Tänzer 40+ soll kontinuierlich wachsen und neue Formen der Zusammenarbeit mit Stadt- und Staatstheatern auch außerhalb der Metropolen erprobt werden. In Kooperation mit Seniorenresidenzen werden Partizipationsprojekte realisiert, die nachhaltige gesellschaftspolitische Impulse für die kulturelle Teilhabe alter Menschen setzen.