T H EE N S E M B L E

BRIT RODEMUND

© Dorothea Tuch

„Der Körper und seine Möglichkeiten verändern sich mit dem Alter, aber diese Veränderungen fanden zu jeder Zeit statt und begannen nicht erst mit 35 Jahren. Ich kann heute genauer sagen, was mich interessiert, welche Fragen ich an mich, den Tanz und die Menschen habe, mit denen ich arbeite und was mir wichtig erscheint, noch zu lernen und zu erfahren - geistig wie auch körperlich. Da ist etwas, was nicht mehr erzählt oder gezeigt werden muss, und trotzdem in jeder Bewegung mitschwingt. Eine Art Essenz aus all den Jahren, die sich jetzt mit einer anderen Dringlichkeit äußert und in Kontakt tritt mit dem Tanz, den Menschen und dem Publikum. Dabei sehe ich das Alter nicht als Limitation meiner Möglichkeiten mich auszudrücken, sondern als organischen Prozess, mich eben mit diesen Möglichkeiten noch konkreter zu fokussieren und künstlerisch zu äußern.“
Brit Rodemund

Brit Rodemund, 1971 in Berlin geboren, wurde von 1982 bis 1990 an der Staatlichen Ballettschule Berlin ausgebildet. 1989 war sie Finalistin beim Prix de Lausanne und gewann ein Jahr darauf den Ersten Hauptpreis beim nationalen Wettbewerb der DDR. Von 1990 bis 1995 tanzte sie an der Deutschen Staatsoper Berlin, ab 1991 als Solistin. Danach ging sie zum Aalto Ballett Essen von Martin Puttke und wurde für ihre Interpretation der Tatjana in John Crankos „Onegin“ mit dem Aalto Bühnenpreis ausgezeichnet. 1998 wechselte sie zum Ballett Nürnberg unter der Leitung von Daniela Kurz. Seit 2000 arbeitet sie freischaffend und kooperiert mit verschiedenen Künstlern. In der Kritikerumfrage der Zeitschrift „tanz“ wurde sie 2011 mit der Produktion „revolver besorgen“ von Helena Waldmann zur Tänzerin des Jahres gewählt.

Seit 1999 unterrichtete Brit Rodemund klassischen Tanz an verschiedenen Tanzschulen in Berlin, Stuttgart und Ottawa und trainierte die Tanzkompagnien in St. Gallen und Braunschweig. Von 2007 bis 2010 vermittelte sie klassischen Tanz an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. 2014 war sie als Ballettmeisterin für das Hessische Staatsballett Wiesbaden/Darmstadt unter der Leitung von Tim Plegge tätig.

An Theatern und Opernhäusern in Berlin, Essen und Nürnberg tanzte sie u. a. in Choreografien von Rudolf Nurejew, George Balanchine, Patrice Bart, Nacho Duato, Maurice Béjart, Maryse Delente, Ramon Oller, Birgit Scherzer, Mario Schröder, William Forsythe und Daniela Kurz. Freischaffend arbeitete sie u. a. mit Marco Santi, Christian Spuck, Katja Wachter, Christoph Winkler, Silvana Schröder, Zufit Simon, Efrat Stempler, Nina Kurzeja, Tomi Paasonen, Dansity Amsterdam, MS Schrittmacher und Tim Plegge.